Schloss Tirol

Schloss Tirol

Das Schloss Tirol spielt die wichtigste Rolle in der lokalen und Landesgeschichte, denn es und seine Besitzer repräsentieren durch fast ein Jahrtausend das Land; es ist das bedeutenste Schloss in Südtirol und überhaupt Tirols, und - das steht fest - das ganze Land hat von der edlen Familie derer von Tirol den Namen erhalten.

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Dieses mächtige Schloss überragt den Meraner Talkessel und den Zugang zum Vinschgau und liegt somit von einem strategischen Standpunkt aus in einer ausgezeichneten Lage, um die Eingänge zum Etschtal, zum Vinschgau und den ganzen Meraner Talkessel zu überwachen. Es ist das Stammschloss der Landesfürsten Tirols.

Schloss Tirol steht auf Moränenschutt; auf der Nordseite befindet sich der mächtige Bergfried, daneben, im Kastanien-Schluchtwald ("Köstengraben") die Reste des im 16. Jh. abgerissenen und schon vorher halbzerstörten Nordosttraktes. Auf der Südseite befinden sich der zweigeschlössige Palais, auf der östlichen Seite die Burgkapelle und die Residenz der Schlossherren.

Seine Bauzeit fällt in die Jahre zwischen 1140 bis 1160. Tirol heißt das Dorf und das Schloss, welches seit ungefähr 1100 von den Grafen von Vinschgau besessen wurde. Diese nennen sich 1141 zum erstenmal Grafen von Tirol. Sie sind eine mächtige Familie, die nach langen und harten Kämpfen ihr Geschlecht zum herrschenden Haus im ganzen Land erheben.

Schloss Tirol
Schloss Tirol

Im Jahre 1347, als der Luxenburger König Karl von Böhmen im Einvernehmen mit den lombardischen Herren, Tirol mit Kriegüberzog, leistete die Gräfin Margarethe Maultasch dem Böhmenkönig, der Schloss Tirol belagerte, energischen Widerstand, um seinen Überfall abzuwehren. Der Belagerer mußte erfolglos abziehen.

Mit der Abdankung der Margarethe Maultasch 1363 endete die goldene Zeit von Schloss Tirol. Schon seit Beginn des 14. Jahrhunderts begannen die Grafen von Tirol auch anderswo Aufenthalt zu nehmen, so auf der 1288 erworbenen Zenoburg. Um 1420 wird die Residenz von Meran nach Innsbruck verlegt.

Mit dem Ende des 16. Jahrhunderts beginnt der Verfall von Schloss Tirol; schließlich beherbergte es nur einen Burgwart, einen Burgkaplan und einen Förster.

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die ganze Nordseite, wo sich die Fürstenzimmer befanden, aus Furcht vor der Brüchigkeit des Moränenhügels, auf dem das Schloss steht, abgetragen. Wahrscheinlich wurde damals auch der Bergfried zur Hälfte abgetragen und sein Material anderswo verwendet.

Bei der Annektion Südtirols durch Bayern 1807 wurde Schloss Tirol, wohl um die Gefühle der Tiroler zu kränken, für den Betrag von 2000 Florint versteigert. Schließlich erwarb 1816 die Stadt Meran das Schloss und schenkte es später Kaiser Franz 1. als gefürstetem Grafen von Tirol.

Nach dem Ersten Weltkrieg ging das Schloss in den Besitz des italienischen Staates über und wechselte auf Grund des Paketabkommens erst 1972 seinen Besitzer.

Heute hat die Landesregierung der Autonomen Provinz darin ein geschichtliches Museum eröffnet, das fortlaufend sehenswerte Ausstellungen beherbergt (Museum für Kultur- und Landesgeschichte).

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