
Die Entstehung von Uttenheim
Uttenheim wurde urkundlich im Jahre 970 in einem Freisinger Tauschbrief bezeugt. Um 1100 werden die Edlen von Uttenheim genannt. Sie bauten auf dem wilden Felsen über dem Ort ihre Burg, scheinen aber ein Menschenalter später bereits als Ministerialen (Dienstherren) der Edlen von Taufers auf.
Wie kompliziert, ja verquer standen sich oft mittelalterliche Besitzverhältnisse gegenüber: durch Uttenheim ist die Grenze Taufers (Tirol) und Uttenheim-Neuhaus (Görz) gegangen. Dazu kamen verzwickte Zollschikanen.
Von den Naturkatastrophen weiß die Ortschronik zu berichten: In den Jahren 1338-1341 und im Jahr 1479 wurde der Himmel über dem Tal und besonders Uttenheim finster vor Heuschrecken, die den Boden kahlfraßen. In der Zeit zwischen 1789 und 1808 sind in dem damals kleinen Ort 60 Kinder an den Blattern gestorben. Die sonst in Uttenheim bekannt zahme Ahr wurde zuweilen übermütig und ergoß sich über die Siedlung. Eine Windhose deckte im Jahre 1797 ganze 25 Häuser ab und entwurzelte halbe Waldhänge.
An die alte Feudalzeit erinnert der Ansitz Stock mit dem Wappen der Herren von Wenzel und der nachmaligen Freiherren von Sternbach zu Stock und Luttach. Sie haben den Besitz um 1624 in die heutige Form gebracht und sind heute noch die Besitzer.
Burgruine Schlössl in Uttenheim
Burgruine Schlössl in Uttenheim, auf einen an zwei Seiten abfallenden Felsengrat gelegen. An der höchsten Stelle der Bergfried, an den sich beiderseits die Ringmauer anschließt. Tiefer gelegen der Palas und die Kapelle.
Pfarrkirche von Uttenheim
Pfarrkirche von Uttenheim, war ursprünglich romanisch, wurde aber später gotisiert und hatte auch einen höchst wertvollen Altar des sog. "Meister v. Uttenheim" (ca. 1430-1480), dessen richtigen Namen man nicht kennt. Heute zählt man ihn zu den großen Meistern der Gotik und vermutet in ihm den Lehrmeister des großen Michael Pacher.
Die Urkunde (Tausch: Geistlicher Adalbert hat dem Bischof Abraham von Freising 4 Höfe in Uotinhumi übergeben und hat gleichwertige Tauschobjekte erhalten) von 970 erwähnt die Kirche in Uttenheim. Bischof Richter (1174 - 1178) weihte sie zu Ehren der Wetterpatronin St. Margareth. Die Seelsorge wurde von der Pfarre Taufers ausgeübt, darum waren die Gottesdienste damals nur unregelmäßig. Ab 1600 war jeden Sonntag in Uttenheim Gottesdienst. Unter Kaiser Josef II wurde Uttenheim im Jahre 1788 dank einer plankensteinischen uns sternbachschen Stiftung zur Lokalkaplaner erhoben mit einem eigenen ständigen Seelsorger. Der erste Lokalkaplan war Josef von Wenzl.
Die alte Kirche war ursprünglich romanisch, wurde aber später gotisiert und hatte auch einen höchst wertvollen Altar des sogenannten "Meister von Uttenheim" (ca. 1430 - 1480), dessen richtigen Namen man nicht kennt. Heute zählt man ihn zu den großen Meistern der Gotik und vermutet in ihm den Lehrmeister des großen Michael Pacher. Die Nachbildung vom got. Altar hängt im Haus der Dorfgemeinschaft, das original ist in der österreichen Galerie in Wien. Die Signatur erfolgte damals als Selbstbildnis.
1772 zerstörte ein Blitzstrahl die Kirche. Man beschloß einen barocken Neubau herzustellen. Die neue Kirche sollte größer werden als die alte. Maurermeister bei diesem Bau war Ingenieur Gasser, ein gebürtiger Uttenheimer und städtischer Baumeister in Bruneck. Vom alten Altar hatte man unvernünftigerweise die schönen Altartafeln abgesägt, um sie als Schranktüren in der Sakristei verwenden zu können. Dort fand sie der Brunecker Kunstkenner Vintler und erwarb sie. Heute sind sie in Wien.
Die Deckenbilder und Kreuzwegtafeln malte Franz Zeiler. Die Altäre sind eine merkenswerte Arbeit aus dem 19. Jh. Diese Kirche wurde am 22. Juli 1783 vom Bischof Josef Graf v. Spaur geweiht. Die Lokalkapläne wurden 1891 zu Pfarrern ernannt, und seither ist Uttenheim Pfarrei.
Das Altarbild ist eine gute Kopie vom Agnesbild in der Brixner Seminarkirche, hier wird die hl. Margareth dargestellt. Statuen am Hochaltar: Joachim und Anna (19. Jh), der Meister ist unbekannt. Linker Seitenaltar: Der Tod Josefs, der Meister ist unbekannt. Rechter Seitenaltar: Mutter Anna lehrt Maria, der Meister ist unbekannt. Ganz oben: Maria - das Wunder: preußischer König 1743 suchte lange Kerls.

