Steinhaus - Cadipietra

Steinhaus (1050 m) im Ahrntal

Steinhaus im Ahrntal (Südtirol), unverkennbares Verwaltungszentrum (Faktorhaus, Ansitz Gasegg, Kornkasten) des einst blühenden Bergbaues und heutiger Sitz der Großgemeinde Ahrntal wird durch die auffallenden großen Steinhäuser geprägt.

Die Kirche zu Unserer lieben Frau von Loreto, ein sehr gepflegtes, um 1700 in die heutige Form gebrachtes Gotteshaus, wurde von den Inhabern des Ahrner Handels errichtet. Viereck- und Lünettenfenster, im Langhaus ein Tonnen-, im gerade abschließenden Chor ein Kreuzgratgewölbe. Im Gewölbe Hl. Geist, Krönung Mariens, Engelkranz, Maria Himmelfahrt. Die Kirche "Zur Schwarzen Muttergottes" wird auch heute noch von Wallfahrern und Bittgängern besucht.

Da die Pfarrkirche zu "Unserer lieben Frau von Loreto" die Gläubigen nicht mehr fassen konnte, legte der Bozner Architekt Albert Colz 1985 ein neues Projekt vor. Am 25. April 1992 legt Bischof Wilhelm den Grundstein, und am 15. Oktober 1993 erfolgte die Weihe der Pfarrkirche Maria Hilf. Der Kirchenbezirk wird im Osten von neuen Wohnhäusern, im Norden vom neuen Schulgebäude und Musikpavillon, im Westen vom historisch wertvollen Grafenhaus (Ansitz Gasegg) und im Südwesten von der Pfarrkirche "Zu unserer lieben Frau von Loreto" und vom "Kornkasten" sowie im Süden von der alten Volksschule und privaten Häusern begrenzt.

Der Neubau der Mariahilfkirche ist ein von der architektonischen Wirkung wie von der Ausstattung her funktionales Produkt unserer neuen Zeit. Den Tabernakel schuf der Bruder des Architekten Joseph Colz. Die Kreuzigungsgruppe an der Altarwand ist ein ausdrucksstarkes Werk des akademischen Bildhauers Jakob Oberhollenzer aus St. Jakob. Die Erzstufe am Sockel erinnert an die lange Tradition des Bergbaus. Das Glasfenster mit der Mariahilf-Darstellung gestaltete die Glasmalerin Ursula Huber-Peer.

Faktorhaus

Zwei Eck- und polygonaler Mittelerker, im ersten Stock Kreuzgratgewölbe, im zweiten einfache Stuckdecke um 1700. Um 1601 in die heutige Form gebracht, hat dieser Bau der Ortschaft den Namen gegeben. Bei der Renovierung 1975/76 entdeckte man im ersten Stock unter der Täfelung des südöstlichen Erkerzimmers Wandmalereien (Adam und Eva im Paradies - jetzt Büro des Bürgermeisters). Im Faktorhaus war in der Bergwerkzeit das Verwaltungszentrum des Ahrner Handels untergebracht, heute ist es Sitz der Gemeindeverwaltung Ahrntal.

Bergrichterhaus

Dieser Bau, kurz vor Steinhaus, stammt aus dem 16. Jh. und zählt zu den Sehenswürdigkeiten des Tales. Dort war das Berggericht untergebracht. Der Bergrichter hatte die Aufgabe, Streitigkeiten zwischen Knappen und Bauern zu schlichten. Fast 300 Jahre lang bestand wegen des Kupferbergwerkes von Prettau ein eigenes Berggericht, dessen Grenzen sich mit denen des Landgerichtes Taufers deckten. Von 1545 bis etwa 1780 residierte der Bergrichter in Mühlegg an der Grenze zwischen St. Johann und Steinhaus. Ende des 16. Jh. bekam das Haus seine heutige Gestalt, nachdem der Tiroler Landesfürst das Haus angekauft und zum ständigen Sitz des Bergrichters gemacht hatte.

Die Kapelle zum Hl. Johannes von Nepomuk gehört zum Bergrichterhof und stammt aus dem Jahre 1736. Leider wurde sie ausgeraubt und die Diebe entwendeten damals unter anderem vier Statuen aus dem 18. Jh.

Winter

Steinhaus im Ahrntal
Steinhaus im Ahrntal

Seit Weihnachten 1971 ist das Skigebiet am Klausberg in Betrieb. Vieles hat sich seither im Dorf verändert, und der Wintertourismus ist sprunghaft angestiegen. Im April 1995 wurde der alte Sessellift abgebaut und mit dem Bau der neuen 6er-Kabinenbahn begonnen. Am 10. Dezember 1995 erfolgte die Einweihung der neuen Bahn.