
Wer heute Trafoi sagt, denkt an die Freuden des Bergsteigens und Wanderns, an den Wintersport oder an das "Weltwunder" der Stilfserjoch Straße. Dies ist die Gegenwart, die unverkennbare Seite des Bergdorfs am Fuß des Ortlers.
Nicht weniger faszinierend ist die Vergangenheit von Trafoi. 1305 wurde der Name der Ortschaft erstmals in den Urkunden erwähnt. Damals begann die wechselvolle Geschichte der Siedlung, die schließlich vom Einzelhof zum berühmten Fremdenverkehrsort heranwuchs.
Trafoi im Vinschgau (Südtirol) wurde erstmals im Jahre 1304 als "Traful" erwähnt. Das innerste Trafoital war aber bereits früher besiedelt. Schriftliche Belege aus dem Jahre 1221 besagen, dass dort ein christlicher Einsiedler lebte. Im Jahre 1520 stand nachweislich nur ein einziger Hof in Trafoi. 1681 erfolgte der erste Kirchenbau, 1790 ein Pfarrhaus.
1804 wurde von Trafoi ausgehend der Ortler, der höchste Berg der Ostalpen, erstbestiegen. Von 1820 bis 1825 erfolgte der Bau der Stilfserjoch-Straße, der höchstgelegenste Paßstraße der Alpen. Trafoi verfügt seit dieser Zeit über eine Straßenverbindung.
Die Erstbesteigung des Ortlers, der Bau der Stilfserjoch-Straße sowie ein Mord machten Trafoi im 19. Jh. international bekannt. In den folgenden Jahren war ein massiver Zustrom nach Trafoi zu verzeichnen.
Eine Zäsur für das aufblühende Trafoi bildete der Erste Weltkrieg: Die verhängnisvollen Schüsse in Sarajevo und der damit verbundene Kriegsausbruch setzten vorerst dem Tourismus ein Ende. Der Todesstoß wurde Trafoi versetzt, als der Ort zum unmittelbaren Frontgebiet gehörte.
In der Zwischenkriegszeit setzte auch der Wintertourismus im Ortlergebiet ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden eine Reihe von Aufstiegsanlagen in Trafoi errichtet. Hinzu kam auch noch das Sommerskigebiet am Stilfserjoch. Für ein ganzjähriges Skivergnügen ist seit damals gesorgt. Wem wundert's also, dass der erfolgreichste und berühmteste Skifahrer Südtirols Gustav Thöni aus Trafoi stammt.

Wallfahrtskapelle "Heilige drei Brunnen
Zu Trafoi gehört die Wallfahrtskapelle "Heilige drei Brunnen". Das Wasser aus den Quellen soll heilkräftig sein.

