
Den mittelalterliche Marktflecken Neumarkt in Südtirols Süden(1189 gegründet) wurde in den vergangenen Jahren behutsam restauriert. Besonderer Anziehungspunkt des historischen Ortskerns sind die malerischen Laubengänge (Arkaden, zwischen 1300 und 1600 erbaut) in der Fußgängerzone, die stattlichen Häuser mit den stimmungsvollen Innenhöfen und die herrschaftlichen Ansitze. Ein Gefühl vergangener Zeiten. Ein romantischer, naturverbundener und ruhiger Ort.
Nostalgie pur erlebt der Gast im Museum für Alltagskultur, wo einfache Sachen aus alten Zeiten ausgestellt sind. In einem der Laubenhäuser (Andreas Hoferstr. 20) wurde Andreas Hofer, der Tiroler Freiheitsheld, auf dem Weg nach Mantova, wo er erschossen wurde, für eine Nacht eingekerkert.
Neumarkt ist reich an Schätzen aus alter Zeit - guterhaltene Baudenkmäler im venezianischen Stil prägen den Ortskern. Die Römer ließen sich an der Domus Mansio Endidae, entlang der Via Claudia Augusta, nieder. Südlich, in Laag, beginnt der Dürerweg. Dort musste der Künstler aufgrund einer Überschwemmung das Tal verlassen und über den Berg seine Reise nach Venedig fortsetzen.

Die Baugeschichte des Unterlandes spiegelt sich in Neumarkts urbaner Gestaltung. In ihrere Vielfalt ist sie doch so übersichtlich und lesbar wie ein Lehrbuch. Trotz des historischen Wertes pulsiert reges Leben in den ewig jungen, alten Lauben. Ein Besuch der Kirche "Unsere liebe Frau in der Vill", die zu den schönsten hochgotischen Kirchen Tirols gehört, läßt ahnen, welche begnadete Künstler hier einst waren.
Zur Tradition gehören mittlerweile die Unterlandler Freilichtspiele. Es finden hier auch zahlreiche Konzerte statt. Nicht zu verpassen: das traditionelle Laubenfest Ende August, der Südtirol Marathon am Ostermontag und das Etappenlaufen "Südtirol running tours" Ende August.
Zum sportlichen Angebot zählen ein Freibad am Ortsrand, Tennisplätze, ein Trimm-Dich-Pfad und unzählige Wanderwege im angrenzenden Naturpark Trudner Horn.
Gotische Pfarrkirche aus dem 15. Jh., romanischer Kirchturm aus dem 13. Jh. mit später renoviertem gotischen Spitzhelm. Am unteren Ende der Lauben, gegenüber der Pfarrkirche, das Ballhaus aus dem Jahre 1372, ein Lagerhaus für die damalige Etsch-Schifffahrt. Am Hügel oberhalb Neumarkt in Mazon, romanischer Kirchturm aus dem 13. Jh. Die Schlossruine Kaldiff befindet sich in Mazon oberhalb Neumarkt. Um 1200 erbaut von den Edlen von Enn, Inhaber des Gerichtes Neumarkt.
Hospiz "Klösterle"
Das Hospiz "Klösterle" bei Neumarkt, erbaut im Jahre 1220 und Ende 1300 erweitert, ist eines der vier gut erhaltenen Hospize von Europa. Einige Fresken erhalten u. a. auch das Wappen des Bischof von Trient Ulrich von Lichtenstein, Arkadengang im Inneren. Seit dem 16. Jh. nicht mehr als Übernachtungs- und Einkehrstätte für Pilger und Italienreisende in Betrieb.
Es ist stark anzunehmen, dass Albrecht Dürer, als er nachgewiesenermaßen bei Salurn über den Sauchsattel musste (er hat von diesem Gebiet und auch von Buchholz schöne Werke hinterlassen: Schloss Segonzano und die berühmte Mühle aus Porphyr), weil die Etsch das Gebiet wieder mal überschwemmt hatte, übernachtet hat. Zur Zeit innen nicht zu besichtigen (es wird ein Museum umgebaut).

