
Naturns
Naturns ist 12 km von Meran entfernt. An 315 Tagen im Jahr scheint in Naturns (Südtirol) die Sonne. Nirgends sonst in den Ostalpen regnet's so selten, ja nicht einmal zwei Ortschaften weiter. Diese Freundschaft mit der Sonne prägt Land und Leute. Sie lässt Mensch und Natur aufblühen; Feigen und Kiwis reifen in den Hausgärten, Wein gedeiht am Sonnenberg, im Naturpark Texelgruppe gar bis in 900 Meter.
Im Vinschgau gibt es noch rund 50 alte Bewässerungskanäle, die das Land wie Lebensadern durchziehen. Die schönsten entdeckt man bei wandern entlang der Waalwege.
Die Sonne bräunt die Wanderer und bleicht das Holz, das die Berghöfe so heimelig macht. Der eine will hoch hinaus, der andere bleibt lieber mit beiden Beinen am Talboden. Wo sonst findet sich dieses Wechselspiel von Wiesengrün und leuchtendem Gletscherweiß, sanften Kuppen und bizarren Felsacken, von Palmen und Almen?
Da der Sonnenberg, wo der Frühling schon vor Ostern erwacht, dort, auf der anderen Seite des Tals, der bewaldete Nörderberg für hochsommerliche Touren.

Der älteste Kirchenbau der Pfarrkirche St. Zeno ist karolingisch. Teile davon integrierte man um 1200 in einen romanischen Neubau. Dieser liegt unter dem Seitenschiff der heutigen spätgotischen Kirche. Sie wurde zwischen 1474 und 1475 erbaut. Der barocke Altar ist jünger. Fenster- und Türlaibungen bestehen aus Laaser Marmor.
Genau das richtige für jeden Geschmack zu jeder Jahreszeit: Knödel und Speck, "Ribl" und Kaiserschmarren, "Schöpsernes" und Stockfischgröstel, Pizza, Pasta und Scampi. Die freundliche Zuneigung der Sonne spiegelt sich in den Speisekarten. Ob elegant im Licht der Kerze bei einem Degustationsmenü oder zünftig auf der Alm bei einer deftigen "Marende" mit Speck, Brot und einem "Kriagl Eigenbau" oder Törggelen mit Kastanien und "Suser" - was hier serviert wird, stammt meist aus der Heimat.
Naturns hat Geschichte. Die Via Claudia Augusta führte hier bereits um 46 nach Christus durch. Das St. Prokulus Kirchlein mit den ältesten Fresken im deutschen Sprachraum. Ötzi, der Mann aus dem Eis wurde nicht weit von hier entdeckt. Nach dem Sensationsfund am Similiaun-Gletscher, ist Ötzi heute im Archäologiemuseum in Bozen zu bestaunen. Sein Leben, seine Kleider und seine Waffen.

