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Ahrntal - Valle Aurina

Sagenwelt des Ahrntales

Auch das Ahrntal ist, wie ganz Südtirol, reich an alten Sagen und Geschichten. Wir werden im folgenden versuchen, die wichtigsten Sagen anzuführen.

Das Kühreiberle

Im Pürschtal, einer Alm in St. Peter, wurde manchmal die Rinderherde zu unrechter Zeit von der Almhütte fortgetrieben. "Das hat halt das Kühtreiberle getan", sagten dann die Leute, denn man hörte weithin jenes eigentümliche "Läuten" der Kuhschellen und Glocken, das den Eindruck machte, die Herde laufe über Stock und Stein dahin, als wäre jemand dahinter.

Weit hinauf in das Gebirge wurden die Tiere gejagt; man suchte, und sie wurden an Stellen gefunden, wohin sie zu führen der kühnste Hirte nicht gewagt hätte. Doch die Herde war stets vollzählig und unversehrt. Bisweilen hat man dieses Kühtreiberle gesehen; hinter Steinen hat es hervorgeguckt und verschmitzt gelacht.

Die Kirche von St. Peter

Kirche von St. Peter im Ahrntal
Kirche von St. Peter

Über den Bau der Kirche von St. Peter erzählt man sich, dass die frommen Einwohner ihre Kirche auf einem schönen Platz im Tal (in der Nähe des Grießerhofes) erbauen wollten. Die Arbeiten an diesem Bau gingen aber nur langsam voran, da sich die Arbeiter und Zimmerleute oft verletzten. Ungeachtet dieser Schwierigkeiten fuhr man fort, die Kirche zu bauen. Da aber flogen Schwalben herbei, trugen einige blutbespritzte Holzspäne auf einen Felsen empor und zeichneten damit deutlich den Grundriß der Kirche. Man erkannte das als ein Zeichen des Himmels und baute die Kirche an dem besagten Felsen.

Die Pinziger und die Toten

Eine seltsame Geschichte scheint sich beim Duregger in St. Peter abgespielt zu haben. In einer Winternacht kam ein fremder Mann aus dem Pinzgau und bat um eine Suppe und ein Nachtquartier. Der Bauer erfüllte ihm den Wunsch, knüpfte an ihn aber die Bedingung, der Pinzger müsse mit einer Geige an das Tor schlagen und mit folgenden Ruf die Toten aus den Gräbern holen:

"Ich greife an den Kirchenring,
steht auf ihr alten Bärschteling!"

Sollte alles gut gehen, so würde der Pinzger eine schöne Kuh zum Lohn erhalten. Der Mann führte den Auftrag aus. Die Toten stiegen aus den Gräbern und einer von ihnen stellte dem Friedhofsschänder die Frage, ob er nur wegen der versprochenen Kuh gerufen und gefidelt habe. Als der Geiger dies bejahte, fielen die Toten über ihn her und zerrissen ihn in tausend Fetzen.

Am folgenden Abend kam erneut ein fremder Pinzger mit der gleichen Bitte zum Duregger. Der Bauer stellt auch ihm dieselben Bedingungen. Er tat wie geheißen. Auch ihm stellten die Toten die gleiche Fragen wie dem ersten. Er gab zur Antwort, nur des Dureggers Wunsch erfüllt zu haben, um nicht verhungern und erfrieren zu müssen. Ihnen aber, den Armen Seelen, möge Gott die ewige Ruhe schenken.

Da wurde es still im Friedhof; der Pinzger bekam sein Bett und am nächsten Morgen stand für ihn eine schöne Kuh bereit. Wo sie herkam, wusste niemand. Dem Duregger gehörte sie jedenfalls nicht.

Der Schuss auf das Kruzifix

In der Hl. Geist Kapelle befindet sich das bekannte durchschossene Kreuz. Dieses stand früher am Weg über den Tauern. Ein Prettauer Schütze ging diesen Weg zu einem Preisschießen in die Krimml. Der erste Preis war ein prächtiger Stier, deshalb probierte der Schütze nochmals sein Gewehr und zielte auf das Kreuz, welches er auch traf.

Beim Preisschießen half ihm der Teufel; der Schütze gewann den Stier und führte ihn voller Stolz über den Tauern. Wo aber das durchschossene Kreuz stand, wurde der Stier plötzlich wild und spießte den Schützen mit seinen Hörnern auf, sodass er augenblicklich tot war.

Die antrischen Leut'

Im Ahrntal erzählt man sich oft Sagen von antrischen Löchern und Leuten. In vielen Berghängen sind Löcher in den Felsen gehauen, ein sog. Schurf nach etwa verhandenen Metallen. In diesen Löchern sollen die antrischen Leut´- der Regel stellt man sich darunter kleine, den Menschen freundlich gesinnte Wesen vor - hausen. Diese kommen nur hervor, wenn sie von den Menschen etwas wollen. Gibt man ihnen zu essen, zeigen sie sich erkenntlich, indem sie dem freundlichen Geber einen Schatz zeigen oder etwas Wertvolles schenken.

Über ihre Abstimmung berichtet man folgendes: Unser Herrgott kam eines Tages zu Adam und fragte ihn, wieviel Kinder er habe. Dieser aber traute sich nicht, die volle Anzahl zu nennen und nannte nicht die volle Zahl. Da sagte der Herr zu Adam: "Du hast mir einige deiner Kinder verborgen, jetzt sollen sie auch verborgen bleiben!" Deshalb halten sich diese von Adam verleugneten Kinder in den Berghöhlen auf.

Der Gletscher wandert

Unweit der Birnlücke gegen Prettau hin, stand vor langer Zeit ein großer Wald. Als die Prettauer diesen Wald niederschlugen - sie benötigten das Holz für das Bergwerk - prophezeite die Sennerin von der "Kerrahütte", dass es nun viel zu kalt werde, weil kein Wald mehr die frischen Tauernwinde aufhalte. Die Gletscher wuchsen so sehr an, dass jetzt die Sonne bei der "Kerrahütte" kaum noch zu sehen ist, wo sie ehedem noch den ganzen Hausgang der Kaser und durch die Hintertür hinaus geschienen hat.

Sagen

Wie allerorts sind auch im Ahrntal humorvolle Geschichten und sog. Lügenmärchen entstanden. So hatte man auf der Alm des Grießerhofes in St. Peter einen riesigen Kaskessel, der eines Tages drei Löcher bekam. Um den Schaden zu beheben, wurden drei Klamperer herbeigeholt; einer von Bruneck, der zweite von Brixen und der dritte aus dem Pinzgau. In dem großen Kessel hämmerten die Burschen nun fleißig drauflos, konnten sich aber gegenseitig nicht hören, da sie so weit auseinander waren.

Übertrieben dargestellt wird auch die Größe des Pipprighofes, von dem es heißt, wenn in seinem Grund drei Kirchen stünden, so könnte man das Läuten der Glocken von der einen zur anderen gar nicht vernehmen.

Mehr als die Größe des Gutes spiegelt sich in dieser Erzählung wohl die Beschaffenheit des Geländes wieder, aufgrund dessen es unter Umständen möglich wäre, dass das Läuten der verschiedenen Glocken nicht hörbar ist.